Retro-Review: Klomanager

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Die Schaltzentrale der Macht: Von diesem Büro aus verwaltet ihr euer Reich. (Credits: Screenshot)

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, sein eigenes, alles überschattendes „Imperium Klomanum“ aufzubauen? Herrscher über Toilettenpapier aus Nerz und Kloschüsseln aus Smaragd zu sein? Mit dem Klomanager ist das seit Mitte der Neunziger möglich – trotzdem haben sicher Einige noch nie etwas von diesem Klassiker der Videospielgeschichte gehört. Zeit, das zu ändern!

Jeder fängt mal klein an

Ihr startet eure Karriere zwar gleich mit einem eigenen, stilvoll eingerichteten Büro (Teppich und Stuhllehne sind doch farblich aufeinander abgestimmt, oder?), allerdings noch mit dem Rang „Kloputzer“ – bis zum „Klomanager“ habt ihr nämlich noch einen weiten Weg vor euch. Mit einem bescheidenen Startkapital von gerade einmal einer halben Million Euro (Donald Trump weiß, wie hart das ist) kauft ihr euer erstes stilles Örtchen und beginnt mit der ansprechenden Einrichtung eurer Parzelle. Insgesamt vier Kabinen bietet jedes Klo-Häuschen, die ihr mit Spülungen, Schüsseln und Co. ausrüsten müsst. Fehlt es an einem Einrichtungsgegenstand, wird die betroffene Klo-Kabine nur wenig Umsatz generieren – achtet also immer darauf, dass alle Gegenstände vorhanden sind. Handtrockner und Seifenspender dürfen natürlich auch nicht fehlen, außer ihr wollt nur Schmutzfinke als Gäste haben. Installiert sie also in jeder Parzelle.

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Je nach Gegend könnt ihr mit unterschiedlich vielen Kunden Rechnen. Am Bahnhof ist beispielsweise mehr los. (Credits: Screenshot)
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70 Euro für 100 Gramm Klopapier? Wenn es aus Nerz ist, schon. (Credits: Screenshot)

Runde um Runde zum Erfolg

Habt ihr euer erstes Klo-Häuschen fertig eingerichtet, geht ihr zurück ins Büro, wo ihr verschiedene Möglichkeiten habt. Im Labor entwickelt ihr neue Spülungen und Klobrillen, mit Hilfe der Statistiken optimiert ihr den Umsatz und im Hinterzimmer könnt ihr euren Konkurrenten fertig machen, mit Hilfe von Kaputtmachern, Vollkotzern, Gerüchte-Verbreitern und dem Gesundheitsamt. So könnt ihr den Umsatz des Gegners in den Keller treiben, ihm Strafzahlungen aufbrummen oder seine Parzelle sogar ganz abluchsen. Wohl nicht die fairsten Methoden, keine Frage. Aber wer der unbestrittene Herrscher im Toiletten-Business sein will, darf auf Moral nicht viel geben.

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Im Labor beauftragt ihr hochrangige Forscher, neue Spülungen und Brillen zu entwickeln. Ein Hoch auf die Wissenschaft! (Credits: Screenshot)

Habt ihr in einer Runde alles erledigt, wird gespült und die Einnahmen fließen. Zu Beginn eines neuen Spiels halten sich die Gewinne noch in Grenzen, mit der Zeit spült euch der Harndrang eurer Kunden aber immer mehr Geld in die Kassen, wenn ihr euch geschickt anstellt. Haltet eure stillen Örtchen immer sauber, indem ihr sie in jeder Runde reinigen lasst, entwickelt neue Spülungen und Schüsseln und gestaltet die Einrichtung immer luxuriöser, dann stürmen die Kunden eure Toiletten wie Apple-Fans einen Store beim Release eines neuen iPhones. Und mit einer Smaragd-Schüssel und Toilettenpapier aus Nerz könnt ihr auch saftige Preise verlangen.

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Sabotage, Gesundheitsamt, Gerüchte, Spionage: Im Hinterzimmer ist alles möglich. (Credits: Screenshot)

Spielspaß top, Umfang flop?

Im Prinzip ist damit auch schon alles Wichtige erklärt. Zugegeben, der Spielumfang von Klomanager ist nicht der größte, dafür bekommt ihr das Spiel aber auch schon für ein paar Euro (Links zum Kaufen findet ihr unten). Außerdem kann die kurze Spielzeit einer Runde auch ein Vorteil sein, denn so ist eine kurze Session zwischendurch möglich, weshalb sich das Spiel in einer modernen Fassung auch wunderbar auf Smart-Geräten Zuhause fühlen würde. Davon abgesehen bietet das Spiel jede Menge (Fäkal)humor der feinsten Sorte. Beispiel gefällig? Achtet mal auf das Geräusch der sich öffnenden Tür, wenn der Mitarbeiter vom Gesundheitsamt ein Klo-Häuschen zur Inspektion betritt. Oder auf die Namen der Vollkotzer und Kaputtmacher. Das passt einfach wunderbar in dieses absurde Konzept, das dem Klomanager zu Grunde liegt.

Und zu guter Letzt sei natürlich auch darauf hingewiesen, dass der Spielspaß nicht zu kurz kommt: Toiletten kaufen, einrichten, forschen, verbessern, den Gegner fertig machen, Umsätze optimieren, das alles findet zwar in einem verrückten Universum statt, bietet aber alles, was eine gute Simulation braucht, die keine allzu hohen Ansprüche an die Spieler stellt. Klar, wer es besonders realistisch mag oder etwas mehr gefordert werden möchte, ist mit dem Klomanager falsch beraten. Alle anderen sollten sich aber auf jeden Fall mal die kostenlose Demo-Version anschauen, in der fünf Runden spielbar sind. Wer dann noch nicht überzeugt ist: selbst schuld!

Wertung: 75/100

  • Spieler: 1-4
  • Preis: 5-10 Euro
  • Erstveröffentlichung: 1995
  • Entwickler: Anvil-Soft
  • Offizielle Website

Demo-Version

Vollersion kaufen


Kennt ihr noch andere kuriose Simulatoren?

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