Filme für Nerds: Her

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Theodore, ein vereinsamter Briefautor, verliebt sich in Her in eine künstliche Intelligenz: Sein neues Betriebssystem. (Credits: Warner Bros.)

Vor ein paar Monaten bin ich an einem gemütlichen Sonntag beim Netflix-Stöbern völlig unerwartet auf einen Science-Fiction-Film gestoßen, der meiner Meinung nach deutlich mehr Beachtung auch außerhalb der Sci-Fi-Szene verdient hat: Her. Und weil das so ist, und ich mir vorgenommen habe, hin und wieder über Filme und Serien zu schreiben, die mir sehr gut gefallen und in irgendeiner Form mit dem Digital Lifestyle in Verbindung stehen, stelle ich euch das Filmdrama von Spike Jonze heute kurz vor – vielleicht bekommt ihr dann ja auch Lust darauf. Links zum Streamen, Kaufen und Leihen findet ihr ganz unten.

Theodore und Samantha

Im Mittelpunkte der Geschichte steht der vereinsamte Autor Theodore, gespielt von Joaquin Phoenix, der sein Geld damit verdient, sehr persönliche Briefe für Fremde zu verfassen, denen es schwer fällt, ihrem Gegenüber ihre Gefühle zu offenbaren – dabei ist er sehr gut, ganz im Kontrast zu seinem persönlichen Leben. Als ein neues Betriebssystem (OS) mit einer extrem fortschrittlichen, künstlichen Intelligenz erscheint, installiert er es auf seinem Computer (und anderen Geräten wie seinem Smartphone – die Geräte scheinen alle nahtlos zusammenzuarbeiten). Bereits direkt nach der Installation kommen Theodore und das OS namens Samantha, im Original gesprochen von Scarlett Johansson, in’s Gespräch – und schnell wird dem Zuschauer klar, in welche Richtung sich die Beziehung der beiden entwickeln wird.

Eine komplizierte Liebe

Im weiteren Verlauf kommen sich Theodore und Samantha immer näher, er nimmt sie in Form seines Smartphones überall mit hin, zeigt ihr über die Handykamera den Strand, den Sonnenuntergang und andere romantische Orte, und die beiden verlieben sich ineinander. Nicht vergessen: Samantha ist eine künstliche Intelligenz, die ausschließlich mit ihrer Stimme interagieren kann – und genau das macht es gleichzeitig so spannend, aber auch befremdlich, diese Entwicklung mit anzusehen. Die Beziehung stößt immer wieder an ihre Grenzen, wenn es beispielsweise um körperliche Nähe und Sex zwischen den beiden geht. Aber auch Theodores, zugegeben eher kleines, soziales Umfeld muss lernen, mit der Situation umzugehen. In der Mitte des Films wirkt Her großteils fast wie ein reiner Liebesfilm, denn man vergisst mehr und mehr, dass einer der beiden Liebenden eine künstliche Intelligenz ist – erst wenn gegen Ende mehr und mehr Probleme zwischen den beiden aufkommen, wird das Geschehen wieder zurück in die Science Fiction-Welt geholt und Samantha als Betriebssystem deutlich.

Liebe zwischen Mensch und OS: Die Zukunft?

Weiter möchte ich an dieser Stelle aber nicht auf die Handlung von Her eingehen, schaut euch den Film am besten selbst an. Wenn ihr Netflix habt, könnt ihr das aktuell sogar ohne Kauf tun. Lieber möchte ich noch ein paar Zeilen darauf verwenden, Überlegungen anzustellen, wie realistisch dieses Szenario aktuell bzw. in Zukunft ist. Erst letzte Woche hat Google seinen Assistenten bei der Vorstellung der neuen Pixel-Geräte angepriesen. Die künstliche Intelligenz der Jungs aus Mountain View hat schon einiges auf dem Kasten, in Zukunft kommen sicher noch viele Funktionen dazu und das ganze System wird immer smarter. Mit Siri bietet Apple schon seit einiger Zeit eine Assistentin an, die bei so manchem Geek sicher auch schon für feuchte Träume gesorgt hat – wie bei Raj in The Big Bang Theory. Auch Microsoft hat mit Cortana seine eigene KI im Angebot.

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Mit dem Google-Assistenten haben die Mountain Viewer vor kurzem ihre eigene KI vorgestellt. (Credits: mobilesyrup.com)

Die großen Tech-Konzerne arbeiten mit Hochdruck daran, künstliche Intelligenz weiter zu treiben. Von einer Samantha wie im Film sind alle diese Projekte aber noch weit entfernt. Und dennoch: Schnappt euch mal die neue Messenger-App Allo von Google (Android/iOS) und probiert den Google-Assistenten aus – der ist nämlich Teil des Messengers. Ich habe das zum Start vor zwei Wochen getan und war an einigen oftmals wirklich überrascht, wie persönlich sich der Kontakt mit einer künstlichen Intelligenz doch stellenweise schon anfühlen kann, auch wenn eine vollwertige Kommunikation wie zwischen zwei Menschen noch nicht möglich ist – im Film ist nämlich genau das der Fall. Die aktuelle Entwicklung zeigt aber, dass der Weg genau dorthin führt. Und ich soll verdammt sein, wenn Her in 20, 30 oder 40 Jahren nicht zu Realität geworden ist.

Informationen zum Film

  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Länge: 126 Minuten
  • FSK: 12
  • Regisseur: Spike Jonze
  • Drehbuch: Spike Jonze
  • Genre: Science Fiction | Drama | Romantik
  • IMDb-Wertung: 8,0/10
  • Eigene Wertung: 9,0/10

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